Die Sparkassen haben sich in der Finanzkrise als stabilisierend für die deutsche Finanzbranche erwiesen. Viele Institute weisen hervorragende Ergebnisse für 2008 auf. D’fakto sprach mit Heinrich-Georg Krumme, dem Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Westmünsterland über die Bindung des Mittelstands an „seine“ Sparkasse, über die Rolle als Kreditversorger der heimischen Wirtschaft und über notwendige Konsequenzen für die Neuordnung der Finanzwelt.
Seriöse Institute haben Stabilität in den Finanzmarkt gebracht
Krumme: „Die Sparkassen stehen für ein solides Geschäftsmodell, Nähe und Augenmaß. Dafür sind wir noch vor kurzem belächelt worden, heute zeigt sich, dass wir damit wesentlich zur Stabilität des deutschen Finanzmarktes beitragen.“ In Deutschland gebe es rund 2.200 Kreditinstitute – nur ein Bruchteil davon sorge für negative Schlagzeilen und habe staatliche Hilfe angenommen. „Der aus Steuermitteln finanzierte Sonderfonds Finanzmarktstabilität wird von einigen Banken ausgenutzt – zum Schaden wirtschaftlich arbeitender Kreditinstitute. Denn es gibt Anbieter, die unter dem steuerfinanzierten Schirm bereits wieder mit „gedopten“ Konditionen weit jenseits des realistischen Marktniveaus werben“, so Krumme. Langfristige Einlagensicherheit könne aber nur durch solide handelnde Kreditinstitute gewährleistet werden.
Forderung nach besseren Kontrollorganen
Problematisch werde es, so Krumme, wenn sich der Blick auf die Rendite verenge. Für einige Banken habe das Zielrenditen von jährlich mindestens 25 Prozent gebracht, was aber weder im Geschäft mit dem Mittelstand noch mit Privatkunden zu erzielen sei. „Die Finanzaufsicht muss angepasst werden: Künftig darf kein Marktteilnehmer, kein Finanzplatz und kein Produkt unbeaufsichtigt bleiben. Aus unserer Sicht sollten die nationalen Aufsichtsbehörden enger miteinander vernetzt werden“, fordert der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Westmünsterland im D’fakto-Interview.