Familienfreundlichkeit zur Chefsache erklären

05-09_londerleyenFamilienfreundliche Personalpolitik ist für Unternehmen zum Erfolgsfaktor geworden: Wer gut qualifizierte Mitarbeiter für seine Firma begeistern will, muss ihnen die Vereinbarkeit von Beruf, Kindererziehung und Altenpflege erleichtern. Damit ist Familienorientierung zum Standortfaktor avanciert. D’fakto sprach darüber mit Bundesministerin Dr. Ursula von der Leyen.

Familienfreundlichkeit ist für viele Betriebe inzwischen Standard
In der Wirtschaft setzt sich immer mehr die Erkenntnis durch, dass nicht nur berufstätige Eltern von einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf profitieren, sondern auch die Unternehmen. Studien und Umfragen belegen das: Inzwischen ist für drei Viertel aller Betriebe Familienfreundlichkeit wichtig oder sogar sehr wichtig. Elternzeit für Väter gehört in immer mehr Betrieben zum Alltag. Familienfreundlichkeit kommt in den Führungsetagen der deutschen Wirtschaft an.

 

Fachkräfte binden durch bessere Arbeitsbedingungen
Von der Leyen: „Kurzfristig ist Familienfreundlichkeit zwar mit Kosten für den Betrieb verbunden, mittel- und langfristig rechnet es sich aber eindeutig für die Unternehmen. Dreh- und Angelpunkt für einen Betrieb ist die Frage, ob er Fachkräfte binden kann. Wenn ein Unternehmen deutlich macht, dass es junge Eltern unterstützt, Kindererziehung und Beruf zu vereinbaren und Beschäftigten, die Angehörige pflegen bei der Vereinbarkeit von Beruf und Pflege hilft, dann ist das ein starkes Argument für Fachkräfte, die mitten im Leben stehen, genau zu diesem Unternehmen zu gehen.“

 

Familienfreundlichkeit beginnt schon im Kleinen
Familienfreundlichkeit hat für Unternehmen viele Vorteile: Die Motivation im Unternehmen steigt, die Produktivität steigt und die Fluktuation unter der Belegschaft sinkt. Das Unternehmen hält Betriebswissen und hat geringere Ausstiegs- oder Anlernkosten. Von der Leyen: „Oft sind es schon Kleinigkeiten, die die Arbeit familienfreundlicher machen und Vorteile für beide Seiten bringen. Zum Beispiel die Abläufe: Manche Unternehmen haben die Regel eingeführt, keine Besprechungen nach 17 Uhr anzusetzen. Das kommt jungen Vätern und Müttern genauso entgegen wie flexible Arbeitszeiten und mobiles Arbeiten mit Laptop und Handy.“