Insolvenzanwalt prophezeit ein Jahr der Pleiten

06-09_Moeing„Noch rollt die Insolvenzwelle nicht – aber sie wird massiv kommen“, ist der Insolvenzverwalter und Rechtsanwalt Michael Mönig überzeugt. Im Forum deutscher Wirtschaftsförderer sprach er über Alternativen im Rahmen einer Sanierungsberatung und Chancen, die in der Insolvenzvermeidung stecken.

 

Insolvenz ist immer die letzte Möglichkeit
 „Eine Insolvenz ist immer eine Wertevernichtung, sie verläuft nach ganz eigenen Regeln und ihr Verlauf ist nicht voraussehbar. Sie sollte als Weg nur gewählt werden, wenn sie absolut nicht vermieden werden kann“, so Rechtsanwalt Michael Mönig. Der Experte weiß genau, worüber er spricht: Seit 15 Jahren ist das Insolvenzrecht sein Fachgebiet, jährlich betreut er mit seiner Kanzlei rund 50 Unternehmen, die in eine finanzielle Schieflage geraten sind – als Insolvenzverwalter oder nur als erste beratende Instanz.

 

Insolvenz bietet Chance zur Sanierung
Zu den Gründen für das Scheitern einer Sanierung sagt Mönig: „Zu Insolvenzen kommt es, wenn nicht alle Gläubiger dem Stillhalteabkommen zustimmen, wenn Lieferanten die Belieferung einstellen und wenn liquide Mittel durch die Hausbanken fehlen. Dann ist aber das rechtzeitige Stellen eines Insolvenzantrages entscheidend, damit ein vorläufiges Insolvenzverfahren in Gang kommt – eine Chance, den Betrieb zunächst einmal weiter zu führen und möglicherweise auch zu sanieren“, erklärt Mönig.

 

Verschiedene Möglichkeiten zum Erhalt des Betriebes
Alternativen zur Liquidation seien eine Auffanglösung und ein Insolvenzplan, der das Unternehmen in der Regel erhalte. Als prominente Beispiele dafür nannte Mönig die bekannten Unternehmen Herlitz und Sinn Leffers.