Bildung und Kreativität als Schlüssel für einen innovativen Standort

06-09_OB_UdeVor der kommunalen Wirtschaftsförderung liegen viele Herausforderungen. Manchmal müssen sogar scheinbare Gegensätze miteinander in Einklang gebracht werden. Wo aber stößt Wirtschaftsförderung an ihre Grenzen, wo liegen Chancen? Ein Interview mit Münchens Oberbürgermeister Christian Ude, Vizepräsident des Deutschen Städtetages.

 

Infrastruktur stärken – Von Breitband bis Bildung
Ude: “Die Wirtschaft ist ein ganz entscheidender Finanzier, Städte brauchen Gewerbesteuer-Einnahmen, um ihre Aufgaben erfüllen zu können, um ein guter Standort bleiben und gute Rahmenbedingungen für eine zukunftsfähige Wirtschaft schaffen zu können“. Städte seien besonders gefordert beim Ausbau der Verkehrsinfrastruktur und der Bildungseinrichtungen. Zur Infrastrukturentwicklung zähle auch, den Ausbau von Breitbandnetzen voran zu treiben und den Unternehmen die vielfältigen Möglichkeiten der modernen Telekommunikation zur Verfügung zu stellen. Dafür bräuchten Kommunen aber ausreichend Einnahmen.


Nahverkehr und Kreditversorgung sind wichtig für Unternehmen
Eine florierende Wirtschaft brauche über eine Infrastruktur und Datennetze hinaus auch Geld. „Gerade für die Kreditversorgung der örtlichen Wirtschaft brauchen wir die Sparkassen, die deshalb auch in kommunaler Hand bleiben müssen. Drittens braucht Wirtschaft ein funktionierendes Verkehrsnetz – das bedeutet nicht nur gut ausgebaute Straßen, sondern die Entwicklung muss dahin gehen, dass so viel privater und Pendlerverkehr wie möglich auf einen leistungsfähigen öffentlichen Nahverkehr verlagert wird“, so Ude.


Weiche Standortfaktoren gewinnen an Bedeutung
Und schließlich brauche Wirtschaft zusätzliche Faktoren, wie attraktive Angebote an Wohnungen, für Bildung und Kinderbetreuung und eine gesunde Umwelt – wobei die Umweltwirtschaft gleichzeitig natürlich auch eine bedeutende Wachstumsbranche sei. Bildungslandschaften sollten entstehen, deren Angebote ineinander greifen, von der Kindertagesstätte über die Schule und Hochschule bis zur beruflichen und öffentlichen Weiterbildung. Wirtschaft brauche auch Flächen, Nutzungskonkurrenzen von Gewerbe, Wohnen, Verkehr und Freizeit seien in hochverdichteten Flächen immer schwieriger zu lösen.