Die neuen Energien sind auf dem Vormarsch: In den kommenden Jahrzehnten sollen sie fossile Energieträger und Atomkraft Stück für Stück ersetzen. Mit D’fakto sprach Umweltminister Dr. Norbert Röttgen über den schwierigen Spagat zwischen staatlicher Förderung und den Regelungsmechanismen des Marktes, über Klimaschutz und das langfristige Energiekonzept der Bundesregierung.
Grüne Energien sollen konventionelle Quellen ersetzen
Die erneuerbaren Energien sollen künftig den Hauptanteil an der Energieversorgung übernehmen. Sie sollen andere Energieträger kontinuierlich ersetzen. „Ein steigender Anteil erneuerbarer Energien geht mit einem grundlegenden Wandel des bisherigen Energiesystems einher. Dies war bisher von fossilen Energieträgern dominiert, wird aber künftig von erneuerbaren Energien wie Wind- und Sonnenenergie bestimmt werden. Dieser Systemwandel muss in den kommenden Jahrzehnten konkret ausgestaltet werden“, so der Umweltminister.
Erneuerbare sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor
Auch unter Kostengesichtspunkten sei der Ausbau der Erneuerbaren sinnvoll. Röttgen: „Die erneuerbaren Energien sind beides: Beitrag zum Klimaschutz und Perspektive für wirtschaftliche Entwicklung – auch in schwierigen Zeiten. Denn mit enormen Wachstumsraten erweisen sich die erneuerbaren Energien sogar in der Rezession als ‚Fels in der Brandung‘. Die erneuerbaren Energien bleiben ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, auch – oder gerade – in einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld.“
Schon 16 Prozent des Stroms ist Ökostrom
Die aktuellen Zahlen für 2009 belegen auch den enormen und unverändert hohen Klimaschutzbeitrag, den die erneuerbaren Energien in Deutschland leisten: Insgesamt wurden etwa 110 Millionen Tonnen Treibhausgasemissionen vermieden. Davon ist die Hälfte auf das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zurückzuführen. Zusätzlich drückt sich dies in einem stetig steigenden Anteil an der Energieversorgung aus: Im Strombereich kommen derzeit mehr als 16 Prozent aus regenerativen Energien.