„Made in Germany“ ist als Gütesiegel aktueller denn je

07-10_Joern_Axel_MeyerDer deutsche Mittelstand wird gestärkt aus der Finanzkrise hervorgehen – wenn sie denn überstanden ist. Davon ist Prof. Dr. Jörn-Axel Meyer überzeugt, der das Deutsche Institut für kleine und mittlere Unternehmen e.V. (DIKMU) leitet. D’fakto sprach mit ihm über den guten Ruf der deutschen Unternehmen im Ausland, über Erfolgsstrategien und Stärken des Mittelstands.

 

Innovationsstärke sichert KMU die Marktführerschaft in vielen Bereichen
Die kleinen und mittleren Unternehmen machen rund 99 Prozent aller umsatzsteuerpflichtigen deutschen Unternehmen aus, sie beschäftigen etwa zwei Drittel aller Erwerbstätigen. Dabei zeichnet sie insbesondere ihre Innovationskraft aus, die ihnen auch international in vielen Bereichen die Marktführerschaft sichert.
Der gute Ruf deutscher Mittelständler eilt ihnen auf den Weltmärkten voraus, deutsche KMU werden hier als verlässliche Partner gesehen. „Bei zunehmender Rückbesinnung auf solides Wirtschaften – also auf ein Management „made in Germany“ wie es im deutschen Mittelstand Usus ist – werden deutsche KMU letztendlich als Gewinner aus der Krise hervorgehen“, so Prof. Dr. Jörn-Axel Meyer.

 

Rahmenbedingungen müssen stimmen
Meyer: „KMU zeichnet eine besondere Flexibilität, Qualität und Beharrlichkeit bei ihrer Arbeit aus. Das resultiert aus der Kundennähe, oftmals erfolgreichen Nischenstrategien sowie der Tatsache, dass viele Mittelständler inhabergeführt sind. Die Identifikation mit dem Unternehmen und dem Kunden sind daher ungleich größer als bei Konzernen.“ KMU bräuchten jetzt, so Meyer, ein Anziehen der Exportnachfrage, andererseits aber auch Planungssicherheit, insbesondere, was gesetzliche Vorgaben angehe. Außerdem müsse die Kreditversorgung sichergestellt sein, damit die Liquidität gewährleistet sei. Hinzu komme, dass sich die Kurzarbeit als arbeitsmarktpolitisches Instrument in Zeiten der Krise bewährt habe. Sie müsse sicherlich in einigen Bereichen noch verlängert werden.

 

Umweltbewusstsein und Verlässlichkeit als Stärke des Mittelstands
Zu den Stärken des deutschen Mittelstands zählt Meyer den sorgsamen Umgang mit Energie und der Umwelt: Weniger Verschnitt von Material, höhere Wirkungsgrade bei der Energienutzung, weniger kostspielige Schadstoffemissionen. Im Vergleich zu den Billiglohnländern beruhe die Wettbewerbsposition der deutschen Unternehmen darauf, die verhältnismäßig hohen Personalkosten an anderer Stelle auszugleichen – zum Beispiel durch mehr Effizienz und Energieeinsparung. Deutsche Unternehmen gelten als verlässliche Geschäftspartner, die Wert auf solide Produkte und Leistungen legen, die zuverlässig sind und besonnen wirtschaften.