Die Investition in Nachhaltigkeit kann der deutschen Wirtschaft einen enormen Schub verschaffen. Davon ist Prof. Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung überzeugt. D’fakto sprach mit der Energieökonomin über die Chancen, die der Klimaschutz vielen Branchen bietet.
Investitionen in Klimaschutz sind marktwirtschaftliche Argumente
Immer mehr Unternehmen investieren in Klimaschutz. „Unternehmen, die sich den zentralen Herausforderungen des Klimaschutzes und des nachhaltigen Umgangs mit Energie und Rohstoffen stellen, werden marktwirtschaftlich die Nase vorn haben. Sie sind für Kapitalgeber attraktiv, insbesondere und gerade in wirtschaftlichen Krisenzeiten. Die Märkte gehören denen, die sie sehen“, so Prof. Kemfert.
Nachhaltigkeit schafft Arbeitsplätze
Die deutsche Wirtschaft könne wie keine andere vom Boom der Branchen der erneuerbaren Energien profitieren, postuliert Kemfert. Aber auch durch den Ausbau der Energieeffizienz, innovativer Kraftwerkstechnologien und Antriebstechnologien in den klassischen Umweltschutzbranchen wie Müllverarbeitung, Recycling und Wasseraufbereitung könnten deutsche Unternehmen Weltmarktpotenziale ausbauen. Bis zu einer Million zusätzlicher Arbeitsplätze seien in diesen Bereichen in den kommenden zehn Jahren möglich.
Klimaschutz führt aus der Krise
Kemfert: „Der Klimaschutz ist der Weg aus der Krise, der Wirtschaftsmotor der Zukunft. Klimaschutz ist eine Chance für die gesamte Volkswirtschaft. Allein in der Branche der erneuerbaren Energien können bis zum Jahre 2030 rund eine Million Arbeitsplätze entstehen – mehr als es heute in der Automobilindustrie gibt.“