Deutschland auf dem Weg zurück zum Export-Weltmeister

08-10_exportweltmeisterDie Zeichen stehen gut: Die Krise ist überwunden und der Aufschwung geht zu einem guten Teil auf den Außenhandel zurück. Ex- und Importe erreichen im laufenden Jahr schon fast wieder jene Rekordniveaus, die sie vor dem Einbruch erzielten. Vor allem die Ausfuhr von Autos und Autoteilen legte zu, aber auch Chemie, EDV und Elektrobranche profitierten. Wie zuvor sind Schwellenländer wie Indien, China und Russland Zugpferde des Exports.

 

Starke Impulse quer durch die Branchen
…mehr Spezialmaschinen made in Germany sind nach wie vor auf den internationalen Märkten begehrt. Im Fahrzeugbau, der Autozulieferindustrie, in der Chemischen Industrie sowie der Elektrobranche hat der Außenhandel ebenfalls starke Impulse gesetzt. Auch Datenverarbeitungsgeräte und optische Erzeugnisse waren Treiber des Exports. Die deutschen Ausfuhren erreichten von Januar bis Juni 2010 einen Wert von 458,3 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt mitteilte, alle großen Branchen waren dabei.

 

Auftrieb für exportorientierte Betriebe
Die Konjunkturforscher des ifo-Instituts sind zuversichtlich: Für die deutsche Wirtschaft geht es nach ihrer Ansicht deutlich bergauf und das liege vor allem an der Exportstärke. Wichtige Handelspartner der deutschen Unternehmen blieben zwar die Länder der Europäischen Union, der anziehende Welthandel und die lebhafte Nachfrage aus wachstumsstarken Schwellenländern wie China und Indien geben der Wirtschaft Auftrieb.

 

China und Russland: Gier nach Konsumgütern und Fahrzeugen
Deren fortschreitende Industrialisierung kommt insbesondere den hochspezialisierten Herstellern von Investitionsgütern zugute. China und Russland haben zusammen mit Polen den größten absoluten Exportzuwachs von jeweils über 20 Milliarden Euro. Deutsche Hersteller von Investitionsgütern sind gut im Geschäft, denn sie profitieren von der fortschreitenden Industrialisierung dieser Volkswirtschaften. Im Handel mit Konsumgütern und Kraftfahrzeugen dominierten dagegen noch die Industrieländer mit ihren breiten und kaufkräftigen Mittel- und Oberschichten, die in den Schwellenländern in dieser Form noch nicht vorhanden sind. Das hat sich 2010 nach der Krise verändert: „Inzwischen sind viele Schwellenländer hoch entwickelte Volkswirtschaften, in denen viel Geld verdient wird und die einen enormen Nachholbedarf haben. Die Märkte in China und Russland gieren nach Konsumgütern und Fahrzeugen“, so Prof. Michael Hüther, Direktor des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft.