Die Herausforderungen des Klimawandels werden auch 2035 nicht gelöst sein. Wie aber können Wirtschaftsförderungen dazu beitragen, die wirtschaftlichen Potenziale der Green Economy und des Klimawandels zu erschließen? Darüber sprach D’fakto mit Christian Böllhoff von der Schweizer Prognos AG, die europaweit Entscheidungsträger aus Politik und Wirtschaft in Zukunftsfragen berät.
Klimawandel hat auch Vorteile
Der Klimawandel und die Zunahme von extremen Wetterereignissen wie Stürmen, Hitze und Überschwemmungen birgt auch Chancen für die Wirtschaft: Die Nachfrage nach Anpassungsgütern und -dienstleistungen wird mit zunehmender Klimaveränderung weltweit steigen. Unternehmen, die diese Märkte frühzeitig besetzen, werden Wettbewerbsvorteile haben. In zentralen Leitmärkten der Green Economy wie der Energieeffizienz, der nachhaltigen Mobilität, der Energieerzeugung oder der Rohstoff- und Materialeffizienz punkten deutsche Unternehmen. „Der Markt deutscher Umwelttechnologien umfasst 1.400 Milliarden Euro. Die Stärke und Bedeutung der Green Economy basiert auf den klassischen, traditionellen deutschen Industrien: Elektrotechnik, Maschinenbau, Anlagenbau und Dienstleistungen. Das technologische Marktpotenzial ist besonders in den Export- und Dienstleistungsbranchen hoch“, erklärt Christian Böllhoff.
Green Economy als zentrales Thema für Wirtschaftsförderer
Nachhaltiges Wachstum ändert die Rahmenbedingungen für Wirtschaftsförderung: Die von der EU zu diesem Zweck zur Verfügung gestellten finanziellen Instrumente müssen für nachhaltiges Wachstum ausgegeben werden. Wirtschaftsförderer, die davon profitieren wollen, müssen sich darauf einstellen: „Wenn sie Geld bekommen wollen, müssen sie mehr „grüne“ Projekte entwickeln. Der Klimawandel wird bis 2020 integraler Bestandteil der Aufgaben der Wirtschaftsförderung sein. Klimawandel ist ein zentrales Thema der zukünftigen Wettbewerbsfähigkeit eines Standortes“, ist Böllhoff überzeugt.