Deutschland auf dem Weg zur Elektromobilität

08-10_Achim_KampkerDie Elektromobilität wird die Autoindustrie revolutionieren. Wenn fünf Millionen deutsche Arbeitsplätze in der Auto- und Zulieferindustrie erhalten bleiben sollen, muss die Branche sich verändern und Innovationsprozesse beschleunigen. Was das für Forschung, Entwicklung und Produktion bedeutet, darüber sprach D’fakto mit Prof. Dr.-Ing. Achim Kampker von der RWTH Aachen.

Schlüsseltechnologie nicht aufgeben

Die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen für die Durchsetzbarkeit von Elektromobilität haben sich verändert. Verbraucher haben mehr Umweltbewusstsein, Ballungszentren leiden unter Feinstaubbelastung und Lärm. Ressourcenmangel ist ein wichtiges Schlagwort: Die Abhängigkeit von Öl ist eine zentrale Problemstellung unserer Zeit und in der Preisentwicklung spürbar. Wesentlich ist auch die Entwicklung der erneuerbaren Energien: Schwankungen in den Stromnetzen machen Speicher notwendig. Hier können E-Fahrzeuge einen Beitrag leisten. „Bedeutend ist aber vor allem auch: China strebt bei Elektrofahrzeugen eine Vorreiterrolle an und treibt das Thema massiv voran. Wenn Deutschland nicht ebenfalls diese Entwicklung fördert, laufen wir Gefahr eine unserer Schlüsseltechnologien zu verlieren!“ mahnt Prof. Kampker.


Schwierigen Markbedingungen zum Trotz
Verschiedene Faktoren machen die erfolgreiche Entwicklung von E-Fahrzeugen schwierig: Die unsichere Markt- und Technologieentwicklung sowie eine fehlende Systemkompetenz: Kein etablierter Hersteller beherrscht heute alle wesentlichen Fähigkeiten um ein E-Fahrzeug erfolgreich entwickeln und produzieren zu können. Hinzu kommt ein hoher Kostendruck: Alle bisher vorgestellten E-Fahrzeuge sind zu teuer. „Hier müssen Strukturen auf Produkt- und Produktionsseite neu gedacht werden. Netzwerken wird für die Automotive-Industrie in Bezug auf die Entwicklung von Innovationen bei Elektromobilen also in Zukunft unerlässlich sein“, so Prof. Kampker.