Welchen Nutzen stiftet Grüne Energie? Ist sie Symbol einer Wachstumsbranche, die uns in den kommenden Jahrzehnten Arbeitsplätze und technologische Vorsprünge sichert? Oder ist sie vorerst noch teurer Luxus, der allein durch staatliche Zuschüsse und ungeachtet realer Marktbedingungen künstlich am Leben gehalten wird? Expertenurteile und neue Studien zum Thema.
Wachstumsbranche Grüne Energie
Erneuerbare Energien gehören zu den wichtigsten Wachstumsmotoren in Deutschland. Sie sorgen für Klimaschutz, Investitionen, Arbeitsplätze und eine zunehmende Unabhängigkeit von Energieimporten. Die gesamte Branche der neuen Energien beschäftigt derzeit mehr als 300.000 Menschen, die Erneuerbaren decken mehr als 16 Prozent des Strom- und sieben Prozent des Wärmeverbrauchs. Das liegt vor allem an der Windkraft, aber auch Biomasse wird dafür immer wichtiger.
Erneuerbare helfen sparen
Die Erneuerbaren verursachen zwar durch ihre Subventionierung Kosten, sorgen aber auch für positive volkswirtschaftliche Effekte: Laut Bundesumweltministerium wurden im vergangenen Jahr durch erneuerbaren Strom rund 69 Millionen Tonnen Kohlendioxid vermieden. Umgerechnet beliefen sich die damit vermiedenen Klima- und Umweltschäden auf 5,7 Milliarden Euro. Außerdem ersetzen Öko-Energien in der Stromerzeugung Steinkohle, Erdgas und Uran und machten so im vergangenen Jahr Rohstoffimporte in Höhe von 2,2 Milliarden Euro überflüssig.
Wachstum trotz Wirtschaftskrise
Doch zum Nutzen der Grünen Energien zählt nicht nur die Vermeidung fossiler Brennstoffe und eingesparte Kosten für Umweltschäden, sondern auch die Anstöße für die Wirtschaft: Prof. Dr. Claudia Kemfert, Energieexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, geht auch in Zukunft von deutlichen Wirtschaftsimpulsen durch die Förderung neuer Energien aus: „Mit einem Umsatzplus von 40 Prozent in den vergangenen drei Jahren ist die Branche eine der wenigen, die trotz Wirtschaftskrise weiter gewachsen ist“, so Kemfert. „Nicht nur die Erzeugung von Öko-Energie, auch nachhaltige Wasserwirtschaft, Rohstoff- und Materialeffizienz sind Zukunftsmärkte“
Städte profitieren auf vielfältige Weise
Nicht nur die Gesellschaft als Ganze profitiert von den Erneuerbaren Energien: „Kommunen sind wichtige Treiber beim Ausbau Erneuerbarer Energien und können gleichzeitig in relevantem Umfang Profiteure sein“, so Dietmar Schütz vom Bundesverband Erneuerbare Energien. Es gebe viele Ansätze zum Handeln: Denn im Regelfall werden bisher importierte Energierohstoffe oder Endenergien durch heimische Energiequellen, Technologien und Dienstleistungen ersetzt. In den Kommunen findet eine Reihe von Wertschöpfungsschritten statt, die dort zu positiven regionalwirtschaftlichen Wirkungen führen. Immer mehr Kommunen erkennen das und wollen dieses Potenzial heben.