Kommunen müssen ihre Liegenschaften weiterentwickeln und die Umnutzung von Konversionsflächen gestalten. Unterstützung bietet die BulwienGesa AG, die als Beratungsunternehmen Nutzungskonzepte und Handlungsempfehlungen erstellt, die Kommunen die Entscheidungsfindung für städtebauliche Weichenstellungen erleichtert. D’fakto sprach darüber mit Andreas Schulten, einem der drei Unternehmensvorstände.
Städtebauliches Entwicklungspotenzial erkennen
Regionale Büroimmobilienmärkte sind für die kommunale Stadtplanung wie auch für die Wirtschaftsförderung wichtige Elemente qualitativer Arbeit. Sie sind Indikatoren für Innenstadtqualität und Gewerbeansiedlungspotenzial. „Gerade dieser verwaltungs- und dienstleistungsorientierte Sektor in der kommunalen Wirtschaft zeigt Handlungsbedarf. Die BulwienGesa AG versteht sich als unabhängiges Marktforschungs- und Beratungsunternehmen und will Städten helfen, städtebauliche Entwicklungsgebiete und erwartete Büromarkt-Zielgruppen passgenau übereinander zu legen“, so Andreas Schulten.
Problematisch: Gewerbegebiete, die in die Jahre gekommen sind
Eine der größten Schwierigkeiten seien Gewerbegebiete aus den Siebziger und Achtziger Jahren mit Büroflächenanteil. Nachhaltige Potenziale und Impulskraft haben, so Schulten, diese Gebäudebestände nur, wenn hier eine städtebauliche Neuordnung mit zielgruppenscharfen Revitalisierungsmaßnahmen der Eigentümer Hand in Hand gehe. „Die entsprechende Koordination ist bereits in wachstumsstarken Ballungsregionen schwierig und erweist sich in eher durchschnittlichen oder problematischen Regionen als künftige Hauptaufgabe von Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung“, so Schulten.
Erfolgsfaktoren für die neue Nutzung
Als Faktoren, damit eine neue Nutzung gelingt, sieht Schulten einen guten Anschluss an den Individualverkehr und eine gute Erkennbarkeit der neuen Quartiere. Problematisch könnten GE-Ausweisung in Bebauungs- und Flächennutzungsplänen sein, als immobilienökonomische Benchmarks können Revitalisierungen von Altindustrieflächen dienen, die seit einigen Jahren zu Renditeniveaus leicht oberhalb der klassischen, innerstädtischen Bürogebäude in Fondsportfolien aufgenommen werden. Jedoch sind Faktoren wie Denkmalschutz-Afa und andere öffentliche Hilfen zu beachten, um die hohen Umbaukosten zu relativieren.