Prof. Bernd Kriegesmann zu Innovationen, die aus kreativem Querdenken entstehen

Prof. Dr. Bernd KriegesmannWer wachsen will, muss immer wieder Neues entwickeln. Wie innovativ aber sind unsere Unternehmen wirklich? Und: Welche Rahmenbedingungen sind nötig, um beständig eigene und neue Ideen zu kreieren? Über dieses Thema sprach D’fakto mit Prof. Dr. Bernd Kriegesmann, dem Vorstandsvorsitzenden des Instituts für angewandte Innovationsforschung (IAI) in Bochum.

 

 

Mensch als größter Innovations-Blockierer

Innovationen haben keinen Selbstzweck, ihnen kommt aus einzelbetrieblicher Perspektive eine wichtige Funktion zu: Sie sollen Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit sichern. In diesem Sinne sind Innovationen unerlässlich, der Weg von der Idee zur Innovation gleicht aber einem Hindernislauf: Die unterschiedlichsten Barrieren in Form technischer Probleme, organisatorischer Umstellungserfordernisse oder auch rechtlicher Hürden tauchen auf. „Die größte Kraft als Be- bzw. Verhinderer entfaltet aber der Mensch. Wenn Veränderungen die eigene Position, hart erarbeitete Privilegien und eingeschliffene Routinen bedrohen, weicht der programmatische Konsens zur Notwendigkeit von Innovationen den individuellen Beharrungskräften“, so Prof. Bernd Kriegesmann. „Dennoch werden Innovationen von Menschen gemacht. Sie sind die einzigen, die Innovationen initiieren und auch gegen Widerstände durchsetzen können.“

Innovationen brauchen Freiräume

Kriegesmann weiter: „Das Innovationsmanagement in Unternehmen braucht wieder mehr Raum für unternehmerisches Gespür. Gerade in vielen Großunternehmen war in den letzten Jahren eine zunehmende Bürokratisierung des Innovationsgeschehens zu beobachten. Innovationen entstehen aber nicht aus Präsentationsfolien, sondern aus kreativem Querdenken und harter Umsetzungsarbeit.“