
Gewerbeflächen sind für jeden Wirtschaftsförderer ein Thema. Ein bundesweit einmaliges Projekt ist der virtuelle Gewerbeflächenpool im Kreis Kleve, zu dem alle Gemeinden des Kreises Flächen beisteuern und aus dem sie sich bei Bedarf bedienen können. Wie diese pfiffige Idee genau funktioniert und warum der Pool schon jetzt ein großer Erfolg zu werden verspricht, dazu stand D‘fakto der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Kreis Kleve GmbH Hans-Josef Kuypers, Rede und Antwort.
Nach Bedarf entnehmen
Was macht eine Kommune, deren Gewerbeflächen aufgebraucht sind? Sie bedient sich aus einem Virtuellen Gewerbeflächenpool. Die nächsten fünf Jahre ist der Kreis Kleve Pilotregion: Im „Pool“ sind kreisweit 200 Hektar Gewerbeflächen zusammengefasst, von denen eine Kommune genau die Menge Fläche entnehmen kann, die sie braucht. Der Virtuelle Pool fasst die Gewerbeflächen aller Städte und Gemeinden im Kreis Kleve zu einem Ganzen zusammen. Derzeit liegen auf dem gesamten Kreisgebiet mehr als 500 Hektar frei verfügbare Gewerbefläche, 200 Hektar davon gehören dem Pool an. Jede beteiligte Kommune kann bei Bedarf daraus genau die Menge Fläche nehmen, die sie braucht, natürlich unter bestimmten Voraussetzungen, wie zum Beispiel der ökologischen Vertretbarkeit.
Keinen Interessenten mehr verlieren
Der Hintergrund: Der Bedarf der einzelnen Kommunen entwickelt sich sehr unterschiedlich. Während einige Städte und Gemeinden noch über genügend Reserven verfügen, gehen die Gewerbeflächen bei anderen zur Neige. Die Folge ist, dass Firmen bei einer möglichen Ansiedlung ihren Wunschstandort nicht verwirklichen können und damit für den Kreis Kleve und meist auch für Nordrhein-Westfalen verloren sind. Mit der Schaffung des Pools sind eine flexible Vermarktung der Gewerbeflächen und somit eine effektive Wirtschaftsförderung möglich. Der Pool vermeidet Infrastruktur-Fehlinvestitionen und beschleunigt Planungs- und Genehmigungsverfahren.